Schloss Droyßig

Der Ort Droyßig wird durch das imposante Schloss geprägt. Nach und nach mit der Entwicklung der Feuerwaffen verlor die Burg ihre Bedeutung als Verteidigungsbauwerk. Außerdem strebte der Adel nach repräsentativen Wohnsitzen. So wurde die Droyßiger Burg im 17.Jahrhundert unter Christian Julius von Hoym einem grundlegenden Umbau zur Wohnanlage und Schloss unterzogen.
Noch heute sind die mächtigen Mauern der alten Burg und ihrer Anlagen noch gut unter den neueren Gebäuden des Schlosses zu erkennen.

Burg Droyßig

Sorbische Siedler gründeten im fruchtbaren Gebiet eine Siedlung und legten zu ihrem Schutz einen Wall an. Nordöstlich davon errichteten sie eine Fliehburg, in die sie sich im Falle einer Gefahr zurückziehen konnten. Später eroberten fränkische Siedler den Ort am Hasselbach und bauten die alte Befestigung zu ihrer eigenen Burg aus. Um 1170 gehörte sie einem „Albertus de Drocs“. Er veranlasste die umfassende Erneuerung des „Castrum in Dreyzig“, der Burg Droyßig. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde sie zur Sicherung eines wichtigen Straßenkreuzungspunktes zur Reichsburg ausgebaut. Oberhalb 130 m über der Talsohle der Elster erhebt sich ein weitläufige Plateau, das für den Bau einer Burg die besten Voraussetzungen bot. Ein Steilabfall an der Nord- und Nordostseite bot einen natürlichen Schutz. Die Gesamtgröße der Anlage mit Wall und Graben betrug 4 500 m2. Die Burg umfasste davon etwa 1500 m2. Es gab einen umlaufenden Graben mit einer Breite von 13 m und einer Tiefe von 4 m. Die Burg war von 2 Mauerringen mit sechs vorspringenden Halbrundtürmen gesichert, wobei die innere Mauer um einiges höher war als die äußere. Betreten werden konnte die Burg nur über eine mit 2 Türmen gesicherte Zugbrücke. In der Mitte der Burg stand noch bis 1605 ein großer runder Turm.

Kirche

Ein Prunkstück von überregionalem Rang ist die Schlosskirche. Sie wurde auf einem Teil der ehemaligen Befestigungsanlage 1622 über dem einstigen Burggraben errichtet. Der einfache Bau mit drei Fenstergeschossen folgt dem Fassadenschema von Renaissancepalästen. Geschwungene und gesprengte Fenstergiebel künden den nahen Barock an. Die Empore und die Wandgliederung zeugen von einer hoher Qualität der Steinmetzkunst. Die imposante Krypta mit ihren Korbbogengewölben befindet sich unter dem Kirchenschiff.

Die Bären

Prinz Hugo von Schönburg-Waldenburg, ab 1862 neuer Schlossherr von Droyßig, ließ einen Teil des Wallgrabens abtrennen, in dem erst ein Wolf, dann Braunbären lebten. Im Kriegsjahr 1942 verstarb der vorerst letzte Bär, Wasseli, der ein Alter von 18 Jahren hatte. Erst 1955 lebte die Tradition wieder auf, als mit Bella und Teddy ein neues Pärchen einzog.
Seit dem gehört der Bär zu Droyßig, wie der wunderbare Wald, der die Erholungssuchenden hierher lockt. So wurden die Bären zu einer touristische Attraktion und folgerichtig wählte die Gemeinde den Bären zu ihrem Wappentier.
Zu Pfingsten 1999 starb der letzte Spross dieser Bärenfamilie im Alter von 36 Jahren. Nach der Umgestaltung des Bärengeheges nach modernen Anforderungen konnten wieder zwei Braunbären einziehen.
Die Innengehege wurden in den Umfassungsmauern der alten Anlage untergebracht und mit einem Gründach versehen.
Im als Außengehege genutzten Wallgraben stehen den Bären eine Fläche von 470 qm zur Verfügung und es ist durch eine Wand aus Panzerglas abgrenzt. Für eine artgerechte Unterbringung der Bären wurde das Gelände natur belassen, ein Wasserbecken und Höhlen gebaut.

Die Templer

Unter Albrecht von Droyßig wurde gegenüber der Burg eine Niederlassung des Templerordens gegründet. Wahrscheinlich gehörte Albrecht von Droyßig diesem Orden an, denn dies war zu seiner Zeit für einen Adligen nicht unüblich.
Seine besondere Verbundenheit mit dem Orden zeigt sich darin, dass er ihm einen großen Teil seines Vermögens zur Errichtung eines Tempelhofes überließ. Dazu gehörte auch ein befestigter Hof und die Kirche im Ort, die dem heiligen Bartholomäus geweiht war. So standen ihnen nicht nur das Besetzungsrecht , sondern auch die Einkünfte der Kirche zu.
Im Jahre 1214 bestätigte Kaiser Friedrich II. die Gründung des Tempelhofes in Droyßig. Durch reiche Zuwendungen und umfangreichen Grundbesitz waren die Droyßiger Templer zu einem entscheidenden Machtfaktor im Zeitz - Naumburger Bistum geworden. Nach der Aufhebung des Ordens fielen ihre reichen Besitzungen an die Johanniter.
Noch heute findet man Dinge die an die Templer erinnern. So den Tempel als Ortsteil, den Tempelteich, das Tempelholz und das Tempeltor. Der Tempelhof befand sich an der Stelle der heutigen Schulgebäude. Die St. Bartholomäuskirche geht in ihren ältesten Teilen auch noch auf diese Zeit zurück.

In der Mitte zwischen Naumburg/Saale und Zeitz, nicht weit von der Autobahn A9, findet man in dem kleinen Ort Droyßig die ehemalige Reichsburg, die im 17.Jahrhundert zum Schloss umgebaut wurde und inmitten eines wunderschönen Landschaftsparks liegt. Anfang des 12.Jahrhunderts wirkte der Templerorden in Droyßig und hinterließ dort seine Spuren.
Im Jahre 1862 ließ Prinz Hugo von Schönburg - Waldenburg einen Teil des Wallgrabens abtrennen und brachte darin Bären unter. Auch heute noch leben 2 Bären im Wallgraben des Schlosses Droyßig.
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