Graben- und WallsystemDie Ordensburg Liebstedt wurde mit einem dreifachen Graben- und Wallsystem geschützt. Die Kernburg war von einem Wassergraben umgeben und war somit nur über Zugbrücken erreichbar. Der zweite Ring des Graben- und Wallsystems schloss auch die Ortschaft Liebstedt und den Wirtschaftshof mit ein, wodurch auch die ansässigen Bauern und Handwerker zur Abwehr von Feinden eingesetzt werden konnten. |
GeschichteIm Jahre 876 wurde die Siedlung erstmalig als „Liuprehtestat“ erwähnt. Die genaue Entstehungszeit der Burganlage ist nicht bekannt. Das landgräfliche Lehen war im 12. bis zum Aussterben der Ritterfamilie im 13.Jahrhundert in den Händen der Herren „von Liebstedt“. Am 1.Oktober 1331 wird das landgräfliche Lehen an den Deutschen Ritterorden übertragen, die eine Komturei errichten und so für 480 Jahre die Geschicke der Burg und der Umgebung prägen. Im Jahre 1809 erklärt Napoleon den Orden in den Rheinbundstaaten für aufgelöst und die Besitzungen wurden an den Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach abgetreten und als Kammergut genutzt. Im Jahre 1920 wurde das Kammergut in ein Staatsgut umgewandelt und später als Wohnungen, Ställe und Lagerhallen genutzt. Heute befindet sich ein Museum, eine Festhalle (in der ehemaligen Scheune), Komtureischänke und ein Modellbauer darin. |
Die OrdensburgDie Ordensburg Liebstedt, eine Niederungsburg, stellt in vielerlei Hinsicht ein Kleinod dar. Die ehemalige Burg des Deutschen Ritterordens wurde auf der Kupferstraße, einem mittelalterlichen Fernhandelsweg, errichtet und diente als Zoll- und Wehrburg. Bis in das Jahr 1846 verband sie Venedig im Süden mit Hamburg im Norden. Wer auf diesem Fernhandelsweg reiste, musste mitten durch die Burg. Sie bot aber auch Schutz vor Plünderern und Wegelagerern, man fand ein Dach über den Kopf und Pflege im Krankheitsfall. Heute ist sie die einzige erhalten gebliebene Durchgangsburg in Europa. |
BurganlageHeute, nach einer sehr bewegten Geschichte, besteht die Ordensburg aus einer komplexen 4 ha großen Anlage, mit Vorburg und Kernburg. Das Torhaus ist nachweislich die erste Burg, die in ihrer Bausubstanz die Backsteingotik besitzt. Beim Umbau der Burg wurde die hier zu Lande unbekannte Backsteinbauweise angewandt. Der Backstein breitete sich vermutlich von hier, gefördert durch den Deutschen Ritterorden, im Thüringer Becken aus. Die meisten noch bestehenden Bauten wurden durch den Deutschen Orden errichtet und können besichtigt werden. |
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