VorburgDie im Osten gelegene Vorburg war mit Ringmauern versehen und wurde durch zwei mächtige Bergfriede geschützt. Einige Teile davon gehören vielleicht zu einer älteren Befestigung der Hauptburg. Nach 1815 diente die Vorburg fast uneingeschränkt den wirtschaftlichen Aufgaben einer preußischen Domänenwirtschaft, die ihr Erscheinungsbild deutlich veränderte. An die romanische Ringmauer wurde ein Großteil der Wirtschaftsbauten mit Stallungen und Scheunen angebaut. Von den Bergfrieden blieb nur der „Dicke Wilhelm“ erhalten. |
 FreyburgAm linken Ufer der Unstrut nur 5 km von deren Mündung in die Saale und 8 km von der Kreisstadt Naumburg/Saale entfernt liegt die Stadt Freyburg. Im Schutze der Neuenburg entstand eine Siedlung. Die Gründung der Stadt Freyburg erfolgte planmäßig und war Teil der ludowingischen Politik, die den Ausbau ihrer Herrschaft betrieb und hierzu auch die Gründung von Städten förderte. Die Stadtrechtsverleihung erfolgte 13.Jahrhundert, wahrscheinlich im Jahre 1261. Eine Vielzahl von vor- und frühgeschichtlichen Funden im Stadtgebiet und in der näheren Umgebung belegen, dass dieser Siedlungsraum seit der Jungsteinzeit kontinuierlich genutzt wurde. Der Marktplatz mit dem Rathausbau und der Stadtkirche St.Marien bilden den Mittelpunkt der Altstadt. In den Straßen und Plätze der Altstadt finden sich eine Fülle wunderschöne Denkmäler aus verschiedenen Jahrhunderten. Sie bestimmen den unverwechselbaren Charakter der Stadt und ihr zum großen Teil noch ungestörtes Erscheinungsbild. |
Die ToilettenAusblicke Richtung Nißmitz - Naumburg/Saale |
KircheNach 1170 wurde ursprünglich eine einstöckige Saalkirche zur Doppelkapelle ausgebaut. Eine erlesene Bauornamentik nach niederrheinischem Vorbild schmücken den später mehrfach veränderten Kapellenbau. |
SchlossIm Laufe der Zeit entstand eine der schönsten Burgen der Region. Im 16.Jahrhundert erfolgte durch die Wettiner der Umbau der Neuenburg zum fürstlichen Wohnschloss. Unter Einbeziehung älterer Bauteile entstanden die Hofgebäude und der Fürstenbau. Im 17.Jahrhundert wurde das untere Burgtor (das Löwentor) errichtet. Es befindet sich an der Stelle des alten romanischen Zuganges. Die beiden oberen seiner vier Geschosse waren ursprünglich über Holzgalerien miteinander verbunden. Auf der einen Seite grenzt das Tor an einen romanischen Wohnturm aus der Zeit um 1225 und auf der anderen Seite des Tores schließt der Fürstenbau an. An der Stelle des Fürstenbaues befand sich der nach 1170 errichtete Palas mit einem Festsaal, Repräsentations- und Wohnräumen. |
BurgDie Neuenburg bedeckte die Fläche der heutigen Kernburg und war von drei Seiten mit sehr starken Ringmauern umgeben. An der Ostseite schützten ein hoher Wall mit Stützmauern und ein davor liegender Graben die Befestigungsanlage. Ein mächtiger Bergfried flankiert von zwei Achtecktürmen gewährleistete zusätzliche Sicherheit. Die Hauptaufgabe der Burg bestand darin die östlichen Teile des Territoriums der Ludowinger zu schützen. |
BergfriedAus romanischer Zeit blieb der Bergfried (im Volksmund der „Dicke Wilhelm“ oder „Nuckelflasche“ genannt) erhalten. Der Rundturm entstand Ende des 12. Jahrhunderts mit einem Durchmesser von 14 m und wird heute museal genutzt. Wer will, kann den „Dicken Wilhelm“ besteigen und den herrlichen Blick über die Stadt und das schöne Unstruttal genießen. |
GeschichteDas Territorium der Thüringer Landgrafen umfasste in ganz Thüringen das Gebiet zwischen den Flüssen der Werra und der Saale. Die Neuenburg war neben der Wartburg die wichtigste und sicherste Stütze der landgräflichen Macht und auch ihre bedeutendste Wehranlage. Weitere wichtige Grenzburgen waren die Runneburg sowie die Eckartsburg und Dornburg. Als die größte Burg und Residenz der Thüringer Landgrafen hat die Neuenburg ihre glanzvollsten Tage erlebt. Im 12.Jahrhundert kam der Neuenburg auch noch die Bedeutung eines der wichtigsten Zentren höfischer Kunst, Kultur und Literatur Mitteldeutschlands zu und sie entwickelte sich, ähnlich wie die Wartburg, zum bevorzugten Aufenthaltsort von Minnesängern und anderen fahrenden Künstlern.. Unter Landgraf Hermann, der 1181 mit der Pfalzgrafschaft Sachsen belehnt worden war, bildete der Raum an Saale und Unstrut den Herrschaftsschwerpunkt der Landgrafschaft Thüringen. |
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