An der Saale hellem Strande

Melodie - Friedrich Ernst Fesca
Text - Franz Kugler

An der Saale hellem Strande
Stehen Burgen stolz und kühn,
Ihre Dächer sind zerfallen,
Und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen d'rüber hin.

Zwar die Ritter sind verschwunden,
Nimmer klingen Speer und Schild;
Doch dem Wandersmann erscheinen
In den altbemoosten Steinen
Oft Gestalten zart und mild.

Droben winken schöne Augen,
Freundlich lacht manch roter Mund,
Wand'rer schaut wohl in die Ferne,
Schaut in holder Augen Sterne,
Herz ist heiter und gesund.

Und der Wand'rer zieht von dannen,
Denn die Trennungsstunde ruft;
Und er singet Abschiedslieder,
Lebewohl tönt ihm hernieder,
Tücher wehen in der Luft.

Geschichte

Die Markgrafen von Meißen hatten die Rudelsburg als Stiftslehen vom Naumburger Bischof erhalten. Im Gegensatz zur Saaleck waren die Lehnsherren der Rudelsburg Burgwarte.
Im Jahr 1348 lehnten sich die Handwerker und Kaufleute gegen die immer drückendere Feudalgewalt und die oft von den Burgen ausgehenden Raubüberfälle auf. So zog zum Beispiel das Bürgertum der Stadt Naumburg gegen benachbarte Burgen und Rittersitze. Am 22. April 1348 stürmte diese Gruppe die Burg. Die Bürger schossen mit brennenden Pechpfeilen und einer Art Pulvergeschütz gegen die Burg. Drei Monate dauerte die Belagerung. Angeführt wurden die Naumburger Bürger von den Bürgermeistern Tyzce von Mercwitz und Hencze Eldeste. Sie eroberten die Vorburg, nahmen einige Adlige gefangen und brannten diesen Teil der Burganlage aus.
Später verlor die Rudelsburg ihre strategische Bedeutung. Im Jahr 1383 befand sich die Kernburg im Besitz der "Schenken von Saaleck". Erneut wurde die Rudelsburg im Sächsischen Bauernkrieg 1450 erobert. In ihrer jahrhundertelangen Geschichte wechselte die Rudelsburg noch mehrmals den Besitzer. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Rudelsburg erneut zerstört.

Rudelsburg

80 m über dem Saalespiegel und 182 Meter über dem Meeresspiegel, auf einem der steilen Felsen liegt die Rudelsburg. Mit ihr verbindet man die klassische Vorstellung von einer mittelalterlichen „Ritterburg“. Nur durch eine Schlucht von der Burg Saaleck getrennt ist die ehemalige Schutzburg schon von weitem sichtbar.
Die Entstehungszeit der Burg konnte nicht genau nachgewiesen werden. Angenommen wird, dass sie etwa hundert Jahre später erbaut wurde. Zum ersten Male wird die Rudelsburg im Jahre 1127 erwähnt.
Aus ihrer besonderen Lage hoch über dem Saaletal ergab sich auch ihre einstige Funktion, die auf den Schutz des Saaletales als Teil der Landesgrenze und der hier verlaufenden Verkehrswege gerichtet war.

Denkmal Corpsstudenten

Wenn man den Wanderweg von Bad Kösen entlang der Saale nimmt, entdeckt man kurz vor der Rudelsburg einen riesigen steinernen Löwen.
Bei diesem Löwen handelt es sich um ein Denkmal der Kösener Corpsstudenten.
Weitere Denkmäler findet man in der Vorburg der Rudelsburg.

Blick von der Rudelsburg zur Burg Saaleck
Die Vorburg

Die Vorburg ist nur noch in Fragmenten erhalten geblieben. Auf einer Rundwanderung um die Burg kann man noch Reste ihrer Toranlage mit Torturm und Teile der südlichen Außenmauer finden. In der Vorburg wohnten die Menschen, die für die Versorgung und Verteidigung der Burg verantwortlich waren. Hier stand auch die Burgkapelle, die schon 1293 urkundlich erwähnt wurde. Die Vorburg war mit einer hohen Ringmauer umgeben und war nur von Osten zugänglich.

Die Kernburg

Die Rudelsburg wurde dem Felsplateau, auf dem sie steht, genau angepasst. Bei genauer Betrachtung kann man heute noch alle Bereiche der Burganlage erkennen. Die Kernburg (hauptsächlich aus dem 12. und 13.Jahrhundert) besteht aus einem rechteckigen Hof, um den ursprünglich drei Gebäudeflügel und eine Schildmauer standen. Im Osten befanden sich früher das Torhaus und daneben der Bergfried, in dessen unterem Geschoss das ehemalige Verlies liegt.
Die Wohnbereiche mit dem zweigeschossigen Palas lagen an der westlichen Seite. Erst 1871 wurde das heutige Obergeschoß mit dem so genannten „Rittersaal“ so umgebaut, wie wir es heute vorfinden.
Die an der zur Saale steil abfallenden Nordseite stehenden Gebäude waren ursprünglich zweigeschossig und erhielten in spätgotischer Zeit ein neues Obergeschoß mit einem hohen Giebel im Osten.

Blick nach Bad Kösen
Gedenktafel

Gedenktafel zur Erinnerung an Franz Kugler, den Textdichter des Liedes “An der Saale hellem Strande”.
Die Gedenktafel findet man an der Außenmauer des Innenhofes.

Den Text des Liedes "An der Saale hellem Strande" schrieb Franz Kugler (1808 - 1858) im Jahre 1826 auf der Rudelsburg bei Bad Kösen.

Der Komponist des Liedes, Friedrich Ernst Feska (1789 - 1826) war Violinist in Kassel und Karlsruhe.

An keinem deutschem Fluss außer dem Rhein stehen so viele Burgen wie an der Saale. Sie durchfließt in vielen Windungen eine malerische Gegend, was den Texter wohl zu diesem Lied animiert hat.

Nicht weit von der Kurstadt Bad Kösen erhebt sich die im 11.Jahrhundert erbaute und urkundlich erstmalig 1171 erwähnte Rudelsburg 80 m hoch über der Saale. Gemeinsam mit der in nächster Nachbarschaft liegenden Burg Saaleck bildete sie eine Schutzburg der Handelsstraßen im sich verengenden Saaletal.
Hier schrieb Franz Kugler im Jahre 1826 den Text des Liedes „An der Saale hellem Strande“.

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