Carl WentzelWie kaum eine andere Familie der Region haben vor allem die Wentzels die Geschichte gelenkt und das Gesicht des Ortes verändert. Carl Wentzel (09.12.1876 - 20.12.1944) baute seine Betriebe auf einer Fläche von über 9000 ha mit unermüdlichem Fleiß und Sachkenntnis aus und entwickelte sie zu Musterwirtschaften, die nach Art und Umfang ohne Gegenstück in Deutschland waren. Auch sein soziales Arrangement war für diese Zeit einzigartig. Seine menschlichen Wesenszüge wurden ihm im nationalsozialistischen System zum Verhängnis und er entwickelte sich zum entschiedenen Gegner Hitlers. So entwickelte sich auf Schloss Teutschenthal eine Oppositionsgruppe mit dem Ziel eines Staatsstreiches gegen Hitler. Die Gruppe wurde verraten und Carl Wentzel nach dem unglücklichen Ausgang des Hitlerattentates am 20. Juli 1944 in Möllendorf verhaftet und hingerichtet, die Familie enteignet und Ella Wentzel sowie Sohn Carl-Friedrich wurden von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager verschleppt. Carl-Friedrich flüchtete nach erneuter Enteignung durch die Bodenreform 1946 mit seiner Familie in den Westen. Nach der Wende wurden auf der Grundlage des Einigungsvertrages etwa die Hälfte des einst über 8000 ha großen Landbesitzes, der Immobilien und Industriebeteiligungen an die Enkel Carl-Friedrich und Carl-Stefan Wentzel rückübertragen.