Renaissanceschloss Vitzenburg

Hoch über dem Unstrutknie auf dem Ronneberg nahe Nebra, an strategisch wichtiger Stelle, wurde schon ca. im 10. Jahrhundert durch die Herren von Querfurt eine Burganlage errichtet. Das Renaisanceschloss Vitzenburg wurde auf den Grundfesten der früheren Burganlage im 16. Jahrhundert errichtet.

Wer Spaß am Erkunden von alten Schlössern hat, sollte sich eine Besichtigung dieser wunderschönen Anlage und eine Weinverkostung nicht entgehen lassen.

Die Vitzenburg

Eine „Fizenburg“ erscheint erstmalig um das Jahr 800, wurde von Kaiser Otto II. erworben und gehörte seit 979 zur Ausstattung der Abtei im nahen Memleben. Der Edle Brun von Querfurt stiftete im Jahre 991 in Vitzenburg ein Nonnenkloster. Dieses war der Jungfrau Maria und dem heiligen Dionysius geweiht und war somit das 3. Kloster im Unstruttal. Zwischen 1121 und 1144 wurde das Kloster am alten Ort aufgehoben und nach Reinsdorf verlegt. Im 12. bis 15. Jahrhundert gehörte das landgräflich-thüringische Lehen, die zweiteilige Vitzenburg, erst den Schenken, dann den Querfurter Fürsten und ab 1496 Herzog Albrecht von Sachsen. 1521 kaufte die Familie von Lichtenhain die Burg und veranlasste den Neubau des Schlosses in den zerstörten Bereichen.

Das Schloss Vitzenburg

In den Jahren von 1764-67 ließ Landkammerrat Friedrich Moritz von Heßler das alte Schloss zum großen Teil abtragen und ein neues Gebäude errichten. Die Fassade erhielt dabei eine prächtige Gestaltung mit Pflastern und ornamentalen Feldern.
Das kräftig ausgebildete Kranzgesims wurde mit Vasen und Putten bekrönt. An dem mit einem Schweifgiebel verzierten flachbogigen Portal findet man die Jahreszahl 1767.
Das Eingangsportal besteht aus rotem Sandstein an dem sich beidseitig eine Ringmauer anschließt.

Geschichtliches

Das Renaissanceschloss Vitzenburg steht auf geschichtsträchtigem Boden. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat die letzte Schlacht der Thüringer gegen die Franken und Sachsen im Jahre 531 hier statt gefunden, bei der das Thüringer Reich zerschlagen wurde. Es sind eine Unmenge von Waffenresten und Menschenknochen beim Bau der Vitzenburg zutage gekommen. Bewiesen ist diese These allerdings nicht.

Park

Gleichzeitig mit dem Schlossneubau entstand ein kunstvoll gestalteter Park. Wunderschöne Gartenplastiken bereichern das reizvolle Bild spätbarocker Gartenkunst. Dicht an der Hangkante befindet sich ein Pavillon der über einen ovalen Grundriss errichtet und dessen Außenwände mit flachen Pilastern verziert wurden. Das Portal zeigt das Wappen des Bauherrn. Die Decke des Pavillons zeigt kraftvolle Malereien mit der lebensfrohen Darstellung einer Götterversammlung.

Kirche

Direkt vor dem Eingangsportal aus rotem Sandstein befindet sich eine Kirche. Diese war Johannes dem Täufer geweiht, einem Heiligen, der bei den Christen als Symbol der Bekehrung gilt. Der mittelalterliche Kirchenbau wurde durch Umbauten in den Jahren 1713-1715 stark verändert. Nur ein schönes Kreuzgratgewölbe ist noch von der ursprünglichen Kirche erhalten.
Noch zu erwähnen sind die Glocken im Turm der Kirche, die aus der Werkstatt des Erfurter Glockengießers Eckhart Kucher stammen. Die Hufeisenempore und der Kanzelaltar gehören der Bauzeit von 1715 an.

Das Renaissanceschloss Vitzenburg liegt am Rande des Unstruttales auf dem schroff zur Unstrut abfallenden Ronneberg an der Kupferstraße zwischen Nebra und Querfurt. Schon von weitem fallen die imposante Schlossanlage und ihre malerisch schöne Lage dem Besucher ins Auge. Die geschichtsträchtigen Orte der Umgebung (u.a. Himmelsscheibe) sind ohnehin einen Besuch wert.
Toreinfahrt von Innen
Blick von den Terrassen zum Schloss
Kirche
Blick von einer der Terrassen
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