Das Stadtwappen von Laucha

Wurde 1392 durch König Wenzel verliehen. Es stellt einen Mann in voller Rüstung mit Sturmhaube, Panzer, Schwert, Ritterlanze nebst Schild dar, in welchem sich ein zweigeschwänzter goldener Löwe in blauem Feld befindet, woraus die Stadtfarben blau und gelb entstanden sind.
Dieses Wappen hat mit der Zeit eine vollständige Wandlung erfahren. Aus der Sturmhaube war eine Schaube oder Mütze entstanden, die sich zuletzt zu einer Art Krone herausgebildet hatte. Das Fahnenband über dem Ritter schwebend war ursprünglich zur Seite herabhängend.

Das Rathaus

Das Rathaus bietet einen malerischen Anblick. Es wurde im Jahre 1543 bis 1563 als ein dreigeschossiges Renaissancegebäude aus Bruchstein an der Stelle eines älteren erbaut.
Ein überdachter Treppenaufgang führt von zwei Seiten ins Hauptgeschoss. Unter ihm liegt der noch aus gotischer Zeit stammende Zugang zum bildergeschmückten Ratskeller.

Inschriften zu Wandgemälden im historischen Gewölbe des Ratskellers :

  • Um das Jahr 926: Freihof von Luchau.
  • Um 1050 bewilligte Graf Wilhelm der Niederlassung Freiheit.
  • Anno 1409 verleiht König Wenzel Luchow Stadtrecht und Stadtwappen.
  • 28. August 1631: Tillsche Horden, Holt'sche Jäger und 1000 Pappenheimsche Reiter durchbrachen die Tore, überstiegen die Mauern und brachten große Not durch Raub, Mord, Brand und Weiberschändung.
  • 1731 erbot sich der Glockengießermeister Johann Georg Ulrich aus Hirschberg in Hessen der Stadt eine Glocke zu gießen. Zur Fertigung des Glockenmantels erbat er sich: 16 Karren Lehm, 40 Pfund Flachs und guten Hanf, 24 Pfund Unschlitt, 6 Pfund Wachs, 40 Pfund Kuhhaare und 6 Schock Eier.

Glocken-, Wein- und Luftsportstadt
Laucha an der Unstrut

Laucha liegt in einem weiten Talkessel, in Wiesen , Streuobstwiesen, Trockenrasenhängen und Weinhängen eingebettet, zwischen den Ausläufern der Finne und der Querfurter Platte.
In ihrer Nähe befinden sich mehrere Naturschutzgebiete, mit zahlreichen Wander- und Radwanderwegen. Durch Laucha hindurch führt die "Straße der Romanik“ und die „Weinstraße“.

Bis zu 120 m steigen die Muschelkalkberge zu beiden Seiten auf. An ihren Hängen wächst eine Traube, die in der warmen Sonne zu milder Reife gedeiht. 
Laucha liegt an der alten Heerstraße, die von Langensalza nach Freyburg und Merseburg führt. Durch sie hat diese liebliche Stadt ihre langgestreckte Gestalt. Das Flüsschen „Unstrut“, die den Nordrand der Stadt berührt, empfängt hier Verstärkung aus dem Süden ; von der Finne fließt ihr der Appelbach zu.

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Stadtbefestigungen

Ein Spaziergang an der alten Stadtmauer lohnt sich immer. Die Stadtmauer, die im 12.Jahrhundert begonnen und im 15.Jahrhundert vollendet wurde, war kriegsmäßig hergestellt.
Fünfeinhalb Meter hohe Zinnenmauern mit Wehrgang, Bastionen und Türmen zogen sich im großen Bogen um die Stadt. Nur auf der Nordseite bildete der Fluss die Wehr. Vor der Mauer lag ein tiefer Graben, der mit Wasser gefüllt war. Von der Mauer und ihrem Wehrgang sind bemerkenswerte Reste erhalten. Von den drei Toren, Ober-, Unter- und Wassertor, steht noch fast unversehrt das mächtige Obertor.

Gymnasium

Das Burgenlandkreis-Gymnasium Laucha ist ein allgemeinbildendes Gymnasium der Klassen 5-12 im Süden Sachsen-Anhalts. Es wurde 1991 als ehemaliges Gymnasium des Landkreises Nebra gegründet und zog 1993 in ein neues Gebäude.
Das Gymnasium Laucha ist mit Konzerten, Theaterveranstaltungen, Ausstellungen und Sportwettkämpfen ein kulturelles Zentrum im Burgenlandkreis.
Mit einem schulinternen Schwerpunkt "Luft- & Raumfahrt" bietet das Gymnasium seit 1996 zum Beispiel als schulische Veranstaltung Segelflugsport auf dem Segelflugzeug "Stürzi" an. Weiterhin bewirtschaftet die Schule einen eigenen Weinberg.

Link: http://www.gymlaucha.de

Stadtkirche

Die Stadtkirche „St. Marien“ wurde in der Zeit von 1476 bis 1496 gebaut. Sie steht an der Stelle einer schon im 12.Jahrhundert vorhandenen Kapelle.
Teile der romanischen Anlage sind im Treppenturm an der Südseite eingemauert. Vom alten Bau stammt auch noch das stark verwitterte Steinbild in der nördlichen Vorhalle, „Der Herrgott von Laucha“, ein uraltes Gethsemane-Bild und eine als Portalfigur gearbeitete derbe Maria. Die Kirche ist ganz aus weißem Muschelkalk gebaut. Das spätgotische Schiff mit seinen hohen Maßwerkfenstern wird durch starke Strebepfeiler gestützt. Die Halle, an die sich der erhöhte Chor anschließt, ruht auf mächtigen Säulen und macht einen wuchtigen, geschlossenen Raumeindruck.
Typische Merkmale der Entstehungszeit sind die überkreuzten Stäbe des Portals und die Fischblasenmuster an den Fenstern.

Zur Geschichte von Laucha

Laucha kann auf eine reiche geschichtliche Vergangenheit zurückblicken. Laucha wird erst im Jahre 1124 genannt. Sein alter Name „Lochowo“ – später „Luchowe“ und „Luocha“ – weist klar auf seinen Ursprung hin. Das Wort ist slawisch und bedeutet „Moor“ oder „Wiesenbruch“. Hier haben schon im 7.Jahrhundert Slawen gesiedelt und die sumpfige Niederung urbar gemacht. Das frühere Laucha war ein wendisches Dorf, dessen Einwohner als zinspflichtige Bauern zum Domherrenstift Bibra gehörten.
Im 12. und 13. Jahrhundert setzte eine deutsche Besiedlung ein, die den slawischen Einfluss mehr und mehr in den Hintergrund drängte. Das Dorf entwickelte sich zu einem Marktort, erhielt Stadtrecht und Gerichtsbarkeit und umgab sich mit einem Kranz von Mauern, Toren und Türmen, deren wohlerhaltenen Reste einen vorzüglichen Eindruck von seiner ehemaligen Wehrhaftigkeit vermitteln. 1392 wurde Laucha das Stadtwappen und 1409 das Stadtrecht durch König Wenzel verliehen.
Zu Beginn des 16.Jahrhunderts hatte jeder Lauchaer seinen eigenen Weinberg. 39 Hektar Flur waren damals Rebkulturen. Dazu gesellten sich die Gewerbe der Leinenweber, Tuchmacher und Kürschner, die Lauchas Ruf weit über die Grenzen der Stadt hinausgetragen haben. Durch einen verheerenden Brand im Jahre1731 wurde Laucha so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es sein mittelalterliches Aussehen fast ganz einbüßte. Auch unter der Fremdherrschaft von 1806 bis 1813 hat die Stadt arg gelitten.
Wenn man die Hauptstrasse der Länge nach durchwandert, entdeckt man prächtige alte Türen – Spätgotik, Renaissance und Barock - dicht beieinander. Wenn man einen Blick in die Seitengassen wirft, kann man sich in die alten Zeiten zurückversetzen.

Wasserwandern

Die Unstrut bietet die Möglichkeit des Wasserwanderns in einer reizvollen Kulturlandschaft mit einer unverwechselbaren Tier- und Pflanzenwelt, mit Blick auf Schlösser, Burgen und Weinberge.
Durch den sehr guten Ausbau mit Schleusen und Anlegestellen und der Möglichkeit der Übernachtung bieten die Unstrut und die Saale sehr gute Möglichkeiten zum Wasserwandern.
Auch ein Besuch der Städte und Dörfer mit ihrer reichen Geschichte und eine Wanderung durch die unvergleichliche Natur mit ihren seltenen Pflanzen (z.B. Orchideen) und Tieren lohnen sich immer.

Wehr

Das Lauchaer Wehr versorgte die frühere Mühle mit Wasser zum Antrieb ihrer Mühlräder.
Heute dient das restaurierte Wehr der Belüftung der Unstrut.

RathausStadtkircheObertor
StadtmauerAltstadtWassermühleSchleuse
WehrGrundschule, Sekundarschule und Gymnasium,